05/08/2026
"All die Farben, all das Licht" von Cora Wucherer - gelesen und für Sie vorgestellt von Barbara Busch.
Dieser Debütroman ist ein berührender Coming-of-Age-Roman über zwei Schwestern und darüber, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.
Juna und Martha wachsen bei ihrem alleinerziehenden Vater Georg auf. Deren Mutter starb bei Marthas Geburt. Dieses tragische Ereignis hat tiefe Spuren hinterlassen und steht bis heute zwischen den beiden Schwestern. Juna gibt Martha unbewusst die Schuld am Tod der Mutter, während Martha ihr ganzes Leben versucht, aus dem Schatten ihrer außergewöhnlich begabten Schwester herauszutreten.
Besonders bewegt hat mich Junas Geschichte. Die Siebzehnjährige träumt davon, Malerin zu werden, doch ausgerechnet ihr Augenlicht beginnt, ihr diesen Traum zu nehmen. Cora Wucherer beschreibt Junas Erkrankung und die damit verbundenen Ängste unglaublich einfühlsam und authentisch.
Auch Martha habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie sehnt sich danach, endlich ihren eigenen Platz im Leben zu finden. Mit einem kleinen "ergaunerten" Nebenjob im Kino gewinnt sie ein Stück Selbstständigkeit und wächst langsam über sich hinaus. Als Juna den Wunsch äußert, ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö zu sehen, nimmt Martha all ihren Mut zusammen und organisiert heimlich eine Reise für die beiden. Dieses Abenteuer wird zu einer Reise voller Herausforderungen und droht in einem Fiasko zu enden. Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können, die jedoch, wenn es drauf ankommt, sich nicht im Stich lassen.
Cora Wucherers Schreibstil ist ruhig, warm und voller Gefühl. Sie findet genau die richtigen Worte, ohne jemals kitschig zu werden. Die Geschichte liest sich flüssig und schafft es, auch schwere Themen mit einer Leichtigkeit zu erzählen, die mich immer weiterlesen ließ.
Einge Romane liest man und einige fühlt man. Und genau zu denen gehört für mich dieser hervorragende Roman. Ich hoffe, es werden noch weitere Romane von Cora Wucherer folgen!