26/03/2026
Bilanz der Cannabis-Teillegalisierung: Sinkende Deliktzahlen bei stabilem Konsumtrend
25.03.2026 | Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Teillegalisierung ziehe das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine erste Bilanz zu den gesellschaftlichen Auswirkungen, so berichtet der Tagesspiegel. Die Daten verdeutlichten, dass der befürchtete massive Anstieg des Konsums ausgeblieben sei. Zwar liege die Gesamtprävalenz mittlerweile bei 9,8 %, doch dieser Zuwachs ordne sich in einen seit 2012 bestehenden Langzeittrend ein. Der Anteil der Personen mit starkem Konsum sei lediglich marginal von 1,5 % (2021) auf 1,6 % (2024) gestiegen. Laut Studienautorin Andreea-Maria Stoica wiesen auch Abwasseranalysen auf keinen systematischen Einfluss der Reform auf das Konsumverhalten hin.
Den signifikantesten Effekt verzeichne die Strafverfolgung: Die Zahl der cannabisbezogenen Delikte sei von fast 174.000 Fällen im Jahr 2023 auf knapp unter 62.000 im Jahr 2024 gesunken. Damit habe sich dieser Bereich auf etwa ein Drittel reduziert. Die Preise am Schwarzmarkt zeigten sich derweil unbeeindruckt und verharrten stabil bei etwa 10 € pro Gramm für Blüten.
Besorgniserregend sei hingegen die Entwicklung bei anderen illegalen Substanzen, die unabhängig von der Cannabisreform verlaufe. Insbesondere bei Kokain und Crack steige die Zahl der Delikte seit 2014 konstant an und habe 2024 mit rund 29.000 Fällen fast das Niveau von Amphetaminen erreicht. Da für diese illegalen Märkte keine staatlichen Steuerungsinstrumente wie Altersbeschränkungen oder Steuern existierten, empfehle das DIW eine verstärkte Fokussierung auf Suchtberatung und Prävention, um dieser Dynamik nachhaltig zu begegnen.