07/08/2026
Der Teufel
Im Bayerischen Wald durfte man den Teufel nicht beim Namen nennen, man glaubte, wenn man Teufel sagt, dann beschwört man ihn herbei oder er wird auf einen aufmerksam. So ließen sich die Waidler viele andere Namen für den Teufel einfallen, wie zum Beispiel: der Namenlose, der Andersell, der Gehörnte, der grüne Jäger (da er in Sagen oft als junger, hübscher Jäger mit grünem Hut gesehen wurde, der die jungen Mädchen verführt), der Herndlmeier, der Goaßfüssad, der Schwarz oder der Unaussprechliche.
Der Teufel im Bayerischen Wald wird aber nur selten als böser Verführer dargestellt, sondern mehr als Bestrafer, wenn jemand gegen Gottes Gebote verstößt – wie zum Beispiel beim Kartenspielen an Tagen, wo dieses verboten war, wie Karfreitag oder Allerheiligen. Oder auch wenn jemand nicht in der Kirche ist an hochheiligen Tagen, wie in der Osternacht oder Christmette. Am Fronleichnamstag treibt er sich im Wald herum. Wehe, ihm begegnet hier jemand, der nicht an der Prozession teilnimmt. Wenn die Männer sich zu lange im Wirtshaus aufhalten, wird er ihnen auf dem Heimweg auflauern oder er geht ins Wirtshaus, wo ihn dann alle an seinen Geißfüßen erkennen und schnellstens das Weite suchen.
Von selber bietet er keinem seine Dienste an, nur wer ihn beschwört, mit dem schließt er seinen teuflischen Pakt, wie zum Beispiel mit Hexen oder jemandem, der ein Schwarzbüchl haben möchte. In der Sterbestunde von einem, der beim Teufel in der Schuld steht, wird ein Sturm aufkommen und mit diesem Sturm reitet der Teufel und holt sich dessen versprochene Seele und wird sie mit in die Hölle nehmen.
Bestimmte Orte gehören zu bestimmten Zeiten dem Teufel, kein Mensch hat an diesen Orten um diese Zeit was zu suchen. Wie zum Beispiel früher die Brechhäuser, diese durften ab Mitternacht von keinem Menschen mehr besucht werden, da hier der Teufel Herr war. Wer es trotzdem probierte, kam ganz verängstigt oder gar nicht mehr zurück. Auch die Rauhnächte gehören ihm, kein Mensch hat nach dem Abendläuten mehr was im Freien zu suchen. Wenn ein Tanz ist in der staaden Zeit, wird sich der Teufel unter die Tanzenden mischen und sich ein Opfer holen.
Ab und zu hörte man Geschichten, wo der Teufel in der Nacht Wanderern oder Fuhrleuten auflauerte. Er sagte ihnen, dass sie jetzt ihm gehören, weil die Nacht sein ist. Aber sie antworteten ihm, dass doch Maria, Josef und Jesus auch in der Nacht gegangen sind und mit diesem Satz fuhr der Teufel mit Rauch und Gestank wieder zurück in die Hölle. Die Menschen, die in der Nacht verschwunden sind, haben dem Teufel wahrscheinlich nicht mit dieser Erklärung geantwortet.