03/01/2021
☺️ Ein schönes E-Zigaretten-Anekdötchen:
„Vor der Baustelle draußen sieht mich jemand "elektrisch rauchen". Es ist der Bauleiter, ein arg gestresster Mann, hager und durch den Klang seiner Stimme als jahrzehntelanger Kettenraucher erkennbar. Er gesellt sich zu mir, nimmt sein Tabakpäckchen zur Hand und beginnt eine Zigarette zu drehen.
"Die Dinger können im Mund explodieren", sagt er beiläufig und deutet mit einer Geste auf mein Gerät. Ich frage mich, ob ich nun darauf sachlich eingehen werde, entscheide mich dann aber fürs Nein.
"Mag sein", beginne ich, "ich möchte die Wohnungsbrände nicht zählen, die jedes Jahr durch eine Kippe verursacht werden".
Ich erkenne die Unzufriedenheit mit meiner Antwort in seinem Gesicht, obwohl er sich immer noch anstrengt, so unbeteiligt wie möglich auszusehen. Wie von mir nicht anders erwartet - ich weiß bereits im Vorfeld, welche Aussagen von welchen Menschen mir gegenüber in exakt welcher Reihenfolge getätigt werden - es folgt nun also die Nummer Zwei:
"Die elektrischen sind aber auch nicht so gesund". Bei diesem Satz zündet er seine Selbstgedrehte an und zieht einen langen und tiefen Zug Rauch in seine Lunge.
"Kaffeetrinken ist auch nicht gesund, was ist gesund?", antworte ich nach wie vor unsachlich, da es dem Bauleiter nicht um Sachlichkeit geht, sondern lediglich darum, eine Rechtfertigung für das eigene Rauchen zu bekommen. Das sagt meine Erfahrung. Ganz gleich, was diesem Menschen sachlich entgegnet werden würde, er würde es nicht gelten lassen, notfalls das Gespräch einfach beenden.
"Man weiß überhaupt nicht, was da so alles drin ist, das ist ein Gift-Cocktail, der gefährlicher ist als Viele annehmen", meint er, hebt seinen Blick von seinen Zetteln, die er zusätzlich in der Hand hält und deutet auf meine winzige E-Pipe.
"Ich weiß haargenau, was da drin ist", entgegne ich, "fünf Dinge inklusive Wasser, kein einziges davon ist krebserregend", dann deute ich im selben Coolness vorspielenden Duktus auf seine Zigarette, "darin sind Hunderte Chemikalien und Zig krebserregende Stoffe".
Die Nasenflügel des Bauleiters beginnen leicht zu beben, wobei er nach wie vor den Eindruck einer Beiläufigkeit zum Ausdruck zu geben versucht. "Sie wissen aber schon, dass diese Dinger bald verboten werden?" Bei diesem Satz erkenne ich einen triumphierenden Unterton in seiner Stimme. "Die gehören verboten!", fährt er nun beinahe autoritär fort, "das sind wandelnde Zeitbomben". Da! Der Beleg. Es interessiert ihn nicht, was ich gerade vorher geantwortet habe, er weiß wahrscheinlich selber ganz genau, was sogenannte "E-Zigaretten" eigentlich sind, er mag sie aber nicht, da sie ihn durch ihre rasant wachsende Verbreitung immer öfter daran erinnern, was er seiner Gesundheit mit seinen Tabakzigaretten antut. Er wartet auch auf keine Antwort von mir, hat bereits erkannt, dass er mich nicht zweifeln lassen kann. Fertig. Unterhaltung beendet. Der Bauleiter wendet sich ab, greift zum Handy und eilt von dannen.
Es ist nicht allein die milliardenschwere Tabak-Lobby, die sich gegen das Dampfen wendet und es der "E-Zigarette" schwer macht, auch nicht allein der Staat, dem so viel Geld verloren geht, es sind nicht die Gesundheitsapostel und es ist nicht nur die Pharmaindustrie - alle zusammen arbeiten gegen die Verbreitung der E-Zigarette - aber ihre schlimmsten Feinde sind diejenigen süchtigen Raucher, die tief im Innern erkannt haben, dass durch die E-Zigarette erstmals eine Alternative zur Tabaksucht besteht, dies aber (noch) partout für sich selber ablehnen und sich quasi mit Händen und Füßen dagegen zur Wehr setzen. Sie haben Angst, es könnte ihnen etwas fortgenommen werden - gleich so als würde man einem Kind gewaltsam den Schnuller wegnehmen wollen oder dem Ju**ie die gerade angesetzte Spritze. Aber ich glaube ebenfalls, es arbeitet bereits kräftig etwas in deren Hirne. Und wer weiß, vielleicht wird binnen kürzester Zeit der Bauleiter einer der vehementesten Verfechter des Dampfens - so ungewöhnlich wäre das nämlich nicht, das zeigt ebenso meine Erfahrung.“