20/10/2022
Es wird manchmal kritisiert, ich würde mich nicht eindeutig zu Disposables äußern. Und es wird dann häufig unterstellt, ich würde das nicht tun, um mögliche Sponsoren nicht zu vergrätzen.
Meine Einstellung zu Wegwerf-E-Zigaretten ist eindeutig und ist es immer gewesen. Und ich habe sie immer so kommuniziert. Auch persönlich, auch gegenüber Händlern.
Das bedeutet nicht, dass ich nicht trotzdem sachlich, distanziert und vernünftig darüber berichten kann. Das ist mein Job. Ich bin nicht die Ethik-Kommission des Dampfens. Und meine Meinung ist eben nur meine Meinung.
Es ist naheliegend, Händler verantwortlich zu machen.
Doch der primäre Job von Händlern ist der Handel. Marktwirtschaft ist keine moralische Instanz, war es nie und wird es nie sein. Und wenn E-Zigaretten-Unternehmen die Kohle nicht mitnehmen, tun es andere. Der Anteil der tradierten E-Zigaretten-Branche an dem derzeitigen Boom ist gering.
In Brasilien würde kein Regenwald abgeholzt werden, wenn keiner das billige Soja verfüttern würde, das wir dann als billiges Fleisch auf unseren Tisch stellen.
Es gäbe keine Wegwerf-E-Zigaretten, wenn niemand sie verkaufen würde. Aber es gäbe sie eben auch nicht, wenn niemand sie kaufen würde. Jeder, der ein solches Produkt kauft, trifft damit eine eigenverantwortliche Entscheidung. Noch bevor er das Geld auf die Kasse legt.
Es ist so schön einfach, dem einen mehr Schuld zu geben als dem anderen. Dann hat der Tag Struktur. Es tut mir nicht leid, dass ich es mir nicht so leicht machen will.
Die Politik ist gefordert, regulierend einzugreifen. Das ist ihre Aufgabe. Die Politik gibt die Banden vor auf dem Billard-Tisch der Wirtschaft.
Die Frage der Disposables manifestiert, dass Händler andere Interessen haben als Konsumenten. Was am Markt der E-Zigaretten ignoriert oder von einzelnen Händlern bewusst instrumentalisiert wird.
Und ich sehe, dass es vielen Konsumenten schwerfällt, sich von diesem liebgewonnenen Weltbild zu verabschieden.
**ng