02/07/2026
„Dry - Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr„ von Neal und Jarrod Shusterman, in deutscher Sprache bereits 2018erschienen, ist kein ganz neuer Roman, aber im derzeitigen Hitzesommer aktueller denn je: Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.
Noch nie habe ich beim Lesen eines Romans so viel Wasser getrunken. Die Wasserflasche stand jederzeit griffbereit neben mir, denn dieses Buch macht Durst. Und es macht klar, wie abhängig wir alle von Wasser sind und für wie selbstverständlich wir es halten, dass es immer ausreichend aus der Leitung fließt. Ein Privileg, dessen wir uns eigentlich gar nicht bewusst sind. Während im Buch die ersten Haustiere verdursteten, habe ich mich gefragt, wie ich reagieren würde. Würde ich hamstern? Würde ich teilen? Während der heißen Tage vergangene Woche kam mir dieser dystopische Jugendroman wieder in den Sinn. Und auf einmal kam er mir gar nicht mehr so dystopisch vor, sondern vielmehr erschreckend real. Und dann kam die Meldung, in Offenbach sei das Trinkwasser knapp. Und überhaupt solle man bitte mit dem vorhandenen Wasser haushalten. Noch scheint das kein Problem zu sein, aber ab wann wird es zu einem?
Vater und Sohn Shusterman zeigen in diesem unglaublich packenden und spanenden Klimathriller auf beängstigende Weise, wie schnell jegliche Form von Zivilisation auf der Strecke bleibt, wenn Menschen wie du und ich von heute auf morgen gezwungen werden, um den nächsten Schluck Wasser zu kämpfen.
Erschienen bei .sauerlaender und empfohlen für Jugendliche ab 14. Und für alle, die sich jetzt nach einem Schluck Wasser sehnen. Übersetzt aus dem Englischen von Pauline Kurbasik und Kristian Lutze.