28/07/2023
Kichern an grauen Regentagen
Ich bin in den 1970er Jahren geboren worden und als ich Kind war, waren einige südländische Hülsenfrüchte noch etwas „Exotisches“. Meine Eltern interessierten sich damals jedoch schon sehr für unterschiedliche Ernährungsweisen und Gerichte, die sie aus dem Urlaub mitgebracht hatten. An einem grauen Regentag wie heute hatte mein Vater einmal die Idee einen Kichererbsen Salat zu machen, „um die Sonne ins Haus zu holen“. Wir gingen daher gemeinsam in den örtlichen Kleinstadt-Supermarkt, um die Zutaten zu kaufen. Die Erbsen suchten wir vergeblich im Regal. Als mein Vater die Verkäuferin fragte: „Haben Sie Kichererbsen?“, brach sie in lautes Gelächter aus. „Kichererbsen, wie lustig! Gibt es die wirklich? Muss man kichern, wenn man sie gegessen hat? Hahaha huhu…“. Während sie ihre Lachtränen wegwischte, kamen die Kolleg:innen dazu, um zu schauen, was so lustig war. Bei dem Wort „Kichererbsen“ gingen die Lachsalven von neuem los 😊 An diesem Nachmittag erhielten wir keine Kichererbsen mehr, aber ich habe mir gemerkt, dass Kichererbsen gute Laune verbreiten – so oder so – und sie gehören nach wie vor zu meinen Lieblings-Hülsenfrüchten.
Der Name der Erbse leitet sich übrigens nicht vom Kichern ab, sondern vom lateinischen Wort „Cicer arietinum“. Die Hülsenfrucht gehört botanisch zur Gattung „Cicer“ und "arietinum" bedeutet "kleines Widderchen". Der lateinische Name bezieht sich wahrscheinlich auf das Aussehen der Kichererbse, das an den Kopf eines Widders erinnert.
Und gesund sind die Erbsen auch. Sie sind reich an Protein, das für den Aufbau und die Reparatur von Muskeln und Gewebe sowie für die allgemeine Funktion des Körpers wichtig ist. Sie haben viele Ballaststoffe, die die Verdauung fördern und das Risiko von Herzerkrankungen und Darmkrebs verringern können. Die enthaltenen Kohlenhydrate sind hauptsächlich komplexe Kohlenhydrate, die langsamer verdaut werden und den Blutzuckerspiegel stabiler halten als einfache Kohlenhydrate. Die enthaltenden Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Phosphor und Zink sind für verschiedene Körperfunktionen essenziell. Sie liefern wichtige Vitamine wie Vitamin B6, Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin K. Die enthaltenden Antioxidantien wie Flavonoide und Polyphenole, können dazu beitragen, Zellschäden durch freie Radikale zu reduzieren. Zudem haben sie entzündungshemmende Eigenschaften. Kichererbsen enthalten kein Cholesterin und Dank ihres hohen Ballaststoff- und Proteingehalts können Kichererbsen dazu beitragen, ein langanhaltendes Sättigungsgefühl zu bieten und Heißhunger zu reduzieren.
Wenn ihr jetzt auch Lust auf Kichererbsen bekommen habt und euch die Sonne ins Haus holen wollt, gibt es hier das passende Rezept. „Bonum appetitum!“
Mediterraner Kichererbsen Salat
Zutaten:
- 400 g getrocknete Kichererbsen (gekocht 800 g)
- 200 g Feta-Käse
- 1-2 Roma- oder Eiertomaten
- ½ Salatgurke
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Weißweinessig oder 4 EL Zitronensaft
- 3 EL Olivenöl
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Die Kichererbsen über Nacht einweichen und danach abwaschen. Mit der dreifachen Menge Wasser, die Erbsen auf kleiner Stufe ca. 45 – 55 Minuten garen. Sie sollten eine bissfeste Konsistenz haben. Die Erbsen abkühlen lassen.
(Das Kochwasser - Aquafaba genannt - hat die bemerkenswerte Eigenschaft, sich ähnlich wie Eiweiß zu verhalten und kann als veganes Ei-Ersatzmittel in vielen Rezepten verwendet werden. Wenn man Aquafaba aufschlägt, bildet es Schaum und kann steife Spitzen wie Eischnee entwickeln. Dies macht es zu einer hervorragenden Zutat für die Herstellung von veganen Desserts wie Mousse, Ba**er, Macarons und sogar Eiscreme.)
In der Zwischenzeit Feta, Gurke und Tomaten in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Für das Dressing die sehr fein gewürfelte oder durchgepresste Knoblauchzehe mit Essig oder Zitronensaft und dem Salz und Pfeffer verrühren. Das Olivenöl dazugeben und ebenfalls verrühren.
Die abgekühlten Kichererbsen in die Schüssel geben mit den Feta-, Gurken- und Tomatenwürfeln mischen. Das Dressing darüber geben und alles gut durchziehen lassen.