Pfankuch Buch

Pfankuch Buch Die kleine, interessante und gut gelaunte Buchhandlung im Herzen der Stadt. Angeschlossen ist das Verlagshaus Rudi Schneuppel ("Home of Schlunz"). Kommet zuhauf!

30/05/2026

30.05. Dieser Palmer-Bobbele da unten in Tübingen hat mal wieder auf die Mütze bekommen wegen seiner Weigerung, eine Rollstuhlrampe bauen zu lassen. Bei einer Veranstaltung sollte auch eine Para-Sportlerin einen Kurzauftritt haben (es geht wohl um eine Ehrung). Dazu nötig ist eben diese Rampe, die nicht nur 1200 Euronen, sondern aufgrund ihrer Länge auch etliche Zuschauerplätze kosten würde. So'ne Rampe darf ja nicht so sein: \ , sondern muss sanft ansteigen.
Bei mir im Eingang sind zwei relativ hohe Stufen. Als wir hier einzogen, sprach ich einen Typen, der von sowas Ahnung hatte, auf die Möglichkeit einer Rampe an. Der sagte dann: „Die würde meterweit auf den Weg ragen. Das könnse vergessen.“ Was ich dann auch tat. Eine kurze Therapie-Einheit bei Dr. Schulterzuck, und schon war ich mit der Welt wieder im Reinen. Man kann nicht alles haben.
Natürlich habe ich ab und an Rolli-Fahrer draußen vorm Laden bedient, das hat immer ein bisschen was Konspiratives und erinnert an die guten alten Lockdown-Zeiten. Meine Rollator-Ladies und Rollator-Boys indes haben keine Probleme mit den Stufen, wollen sich auch meist nicht helfen lassen und wenn doch, dann wird halt geholfen. Ähnliches gilt für Kinderwagen-Schieber und Schieberinnen.

Geräusch! Lärm! Krach! Applaus! Jawoll, es ist wieder „Buskers“, das Straßenmusik-Festival. Wenn unterschiedliche Musike von links und von rechts kommt und sich hier bei mir zusammenmatscht (manchmal kommt auch noch das Domgeläute dazu), ist es ein wenig wie auf'm Jahrmarkt, fehlt nur das Prööööt! der Fahrgeschäfte. Egal. Schöne Veranstaltung, bei der die Leute Spaß und gute Laune haben.

Und so verabschiedet sich ein schlapper, aber nicht komplett unschöner Mai.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Arne Semsrott wünscht sich eine demokratische Offensive; Francis Fukuyama fragt sich, wohin die Welt steuert
Für meine Spezialisten:
„Restaurants auf Schienen“, „Eisenbahnen in den deutschen Kolonien“, „Feuerwehrfahrzeuge auf MAN“

Lesewochenbuch: Constantin Lieb, Thomas Bernhard, Konrad Bayer / Musikbegleitung: Searchers, Beatles, Bobby Darin

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
5. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
6. (6) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
7. (7) Nelio Biedermann: Lázár
8. ( 8 ) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
9. (9) Borek/Wagner: Echo der Zeit
10. (10) Freida McFadden: Die Ehefrau
11. (11) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
12. (12) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
13. (13) Tatorte am Ringgleis
14. (14) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
15. (15) Christoph Hein: Das Narrenschiff
16. (16) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
17. (17) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
18. (18) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
19. (-) Robert Seethaler: Die Straße
20. (19) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles

23/05/2026

23.05. Wenn die Immobilie, in der mein Laden ist, mir gehören würde, und ich entschlösse mich zu einem Verkauf, würde ich in der Verkaufsanzeige herausstellen: „Ruhig gelegen.“
Denn ruhig ist es hier seit ein paar Wochen. Und die ruhige Lage wurde am Donnerstag und Freitag mit dem ÖPNV-Streik noch einmal zusätzlich beruhigt.

Es gibt Kanzleien, die sich mit „Reputationsrecht“ beschäftigen und ihre Dienste beispielsweise in dem Angebot sehen, negative Bewertungen im Internet zu löschen. Man hört ja immer wieder, es gäbe in unserem Lande zu viel Arbeit und darum müssten alle mehr tun. Also, wenn man Zeit und Energie in solchen Scheißdreck versenkt, dann wundert mich gar nichts mehr.
Jedenfalls schreibt mich so eine Kanzlei an wegen einer 1/5-Bewertung. Scheinbar ist da wohl eine Bestellung in die Hose gegangen. Ich kann mich da nicht dran erinnern und war wahrscheinlich auch selbst gar nicht daran beteiligt, was auch egal wäre. Diese Bewertung ist acht Jahre alt, da waren wir noch in der Burgpassage. Nun endlich also habe ich die Chance, diese Bewertung für 'nen schlappen Hunni durch diese Reputationslackel löschen zu lassen: „Wir bitten um Rückmeldung.“ Die kommt eher nicht.
Apropos alte Zeiten: Ruft'n Werbe-Verlag, von dem ich noch nie gehört habe, an wegen Verlängerung eines Werbevertrages, den ich angeblich „bei einem unserer Außendienstmitarbeiter“ abgeschlossen hätte, und zwar vor zwei Jahren. Hä? „Sie haben doch auch die Belegexemplare bekommen!“ Nö, warum auch. Es gab noch ein wenig Geplänkel hin und her bis die Anruferin dann sagte: „Dann gebe ich das jetzt an unsere Verwaltung weiter.“ Ja, machen Sie das mal.
Selbst die ruhigste Lage bewahrt einen nicht vor Dumm-, Stumpf- und Blödsinn.

Ich wünsche schöne und ruhige Pfingsten!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Romane von Michael Kleeberg, Kathryn Stockett, Naomi Ishiguro, Elisa Hoven
Florian Illies begibt sich ins 17. Jahrhundert und auf die Pfaueninsel in der Havel; Gisela Graichen über Dschingis Khan (Hu! Ha! Hu-ha-hu!)
Für meine Spezialisten
Die BR 101 (erste Neubau-Ellok der DB AG)

Lesewochenbuch: Constantin Lieb, Florian Illies, David Wonschewski, Thomas Bernhard / Musikbegleitung: Teenage Fanclub, Chuck Berry

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
7. (7) Nelio Biedermann: Lázár
8. (9) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
9. (15) Borek/Wagner: Echo der Zeit
10. ( 8 ) Freida McFadden: Die Ehefrau
11. (10) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
12. (11) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
13. (12) Tatorte am Ringgleis
14. (13) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
15. (18) Christoph Hein: Das Narrenschiff
16. (14) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
17. (16) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
18. (17) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
19. (19) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
20. (-) Nicci Cloke: Sie war es. Sie war es nicht

16/05/2026

16.05. Zu den Wunderwaffen und -werken der deutschen Sprache gehören die Wortkompositionen. Roland Kaehlbrandt zählt in seinem Buch „Von der Schönheit der deutschen Sprache“ ein paar besonders hübsche Exemplare auf: u.a. Abendhauch, Feingefühl, Fernweh, Lebenslust, Wohlklang, Weltschmerz, Gefühlsduselei.
Für Übersetzer ist das eine große Herausforderung. Noch herausfordernder wird es, wenn es sich bei den Komposita auch noch um Neuschöpfungen handelt. In einem Aufsatz über Thomas Bernhard (Juliane Werner: The Age of Bernhard) las ich die folgenden Beispiele, die recht sperrige Übersetzungskonstruktionen erfordern, die dann ja auch noch in die oft langen Bernhard-Sätze montiert werden müssen. Der „Schafspelzmantel“ (span: abrigo de piel de cordero) ist da wahrscheinlich noch harmlos. Der „Voralpenschwachsinnsdenker“, mit dem Bernhard Martin Heidegger bezeichnete (engl.: feeble thinker from the Alpine foothills) und der „Automobilrennsportfanatiker“ (fr.: fanatique de la compétition automobile) sehen übersetzt nur noch halb so gut aus, wie auch der lustige „Weinflaschenstöpselfabrikant“ (ital: fabbricante di tappi per bottiglie da vino) plötzlich gar nicht mehr lustig ist.
Lustig war es auch hier nur selten, es war eher eine weitere triste Woche. Aber da alles ruhig vor sich hin plätschert, erfreue ich mich an der Ruhe und am Plätschern.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Romane von Horst Evers, Hjorth/Thorssen, Rafik Schami, Matt Haig, Heike Geißler
Dennis Gastmann reist mit dem Orient-Express; Jakob Schwerdtfeger bringt Spaß in die Kunstgeschichte; Alexander Kühn macht sich Gedanken übers Älterwerden, weil er 50 geworden ist (und kommt u.a. angesichts dieser ganzen „Wisst Ihr noch? Ich war dabei!“- Typen zu dem treffenden Schluss: „Die Nostalgiker bestärken einander im Glauben, die beste Kindheit erlebt zu haben. Damit verklären sie nicht nur sich selbst, sondern erklären alle späteren Kindheiten für minderwertig. Die Freude über das Erlebte kippt in eine Verachtung der Gegenwart. (…) Ich will nicht so sein wie diese Leute.“)

Lesewochenbuch: Martina Hefter, Constantin Lieb, Thomas Bernhard (immer wieder gern, ist ja sowieso mein Lebensschriftsteller) / Musikbegleitung: Primus, Four Preps

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
7. (7) Nelio Biedermann: Lázár
8. ( 8 ) Freida McFadden: Die Ehefrau
9. (9) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
10. (14) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
11. (10) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
12. (11) Tatorte am Ringgleis
13. (12) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
14. (15) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
15. (13) Borek/Wagner: Echo der Zeit
16. (-) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
17. (16) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
18. (18) Christoph Hein: Das Narrenschiff
19. (17) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
20. (19) Edward Brooke-Hitching: Die Bibliothek des Wahnsinns

09/05/2026

09.05. Mir ist nicht bange um unser Land. Jeder fünfte junge Mensch habe keinen Berufsabschluss, las ich am Donnerstag. Also werden 80% einen dieser doofen Brotberufe ergreifen, während 20% Influencer, ohne die wir uns das Leben ja gar nicht mehr vorstellen können, werden. Beruhigend! So beruhigend, dass man eigentlich nur noch „Gute Nacht!“ sagen kann.
Was meinen Brotberuf anbelangt: Die Herbstvorschauen trudeln ein, und wie jedes Jahr denke ich: „Isses schon wieder soweit?“ Ja, isses. Nachdem ich das erste Halbjahr belletristisch eher schwach fand (eigentlich fand ich nur „Die Riesinnen“ richtig gut), verspricht der Herbst in dieser Beziehung wieder stärker zu werden mit einigen großen und bekannten Namen, die für Erfolg und/oder Qualität stehen. Und das ein oder andere überraschende Debüt wird sicherlich auch dabei sein. Man darf gespannt sein.
Diese Woche war großzügig mit Tristesse besudelt. Nix war mit Wonne.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Bücher von Jung Chang, Petra Morsbach
Peter „Waldschrat“ Wohlleben macht mit Bakterien rum; Arthur Snell über Klima und Macht; Christian Schüle über die Ostindien-Companie und den Beginn des Kapitalismus; Biographisches über Ingeborg Bachmann, Siegfried Kracauer und Odysseus.

Lesewochenbuch: „Entscheidung in Spanien“ mit großer Begeisterung zuende gelesen, Steffen Kopetzky, Tanja Kokoska (au weh!), Martina Hefter (sehr vielversprechend) / Musikbegleitung: XTC, The Black Keys

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. ( 8 ) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
7. (6) Nelio Biedermann: Lázár
8. (13) Freida McFadden: Die Ehefrau
9. (7) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
10. (9) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
11. (10) Tatorte am Ringgleis
12. (11) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
13. (12) Borek/Wagner: Echo der Zeit
14. (14) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
15. (15) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
16. (16) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
17. (19) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
18. (-) Christoph Hein: Das Narrenschiff
19. (-) Edward Brooke-Hitching: Die Bibliothek des Wahnsinns
20. (17) Asterix 41: Asterix in Lusitanien

03/05/2026

Konrad Bayer
Frühlingsabend
(ca. 1954)

Glühend, wie ein feuriger Ball,
hängt die Sonne zwischen den Ästen
und wie ein Hauch aus fernem All
bläst ein lauer Wind aus dem Westen.

Die Erde färbt ihre Wangen grün,
bunt leuchten Blumen und rein;
vergessen ist Ku**er, vergessen sind Müh'n
unter der flammenden Ampel Schein.

Heut' tönen die Vögel wie Harfenklang,
erinnern an alte Zeiten
und bei ihrem herzerfreuenden Sang
vergessen die Menschen zu streiten.

Ein überraschend konventionelles Gedicht von Konrad Bayer, der sonst eher der gepflegten Avantgarde (Wiener Gruppe) zugehörig ist. Die letzten Zeilen – ein freundliches Miteinander im demütigen Angesicht des Wunder des Lebens – sind voller Hoffnung und leider auch Utopie. Als Romantiker mag ich daran glauben. Aber es sind zu viele Arschlöcher an entscheidenden Stellen am Gange. Das macht traurig.

02/05/2026

02.05. Der Mai ist gekommen, die Bäume kriegen sich nicht mehr ein.
(schrieb ich vor Jahren schon einmal, ist aber gut genug, um 1x wiederholt zu werden)

Heraus zum 1. Mai! Der lebendige Garten, die lachende Sonne, die liebste Liebste, das lauwarme Bier, das gute Buch - all das befeuert die Vitalkräfte.
Ich darf jetzt im Garten auf einem tollen und sehr arschfreundlichen Opastuhl mit Getränkehalter sitzen. Groovy!

Nachdem der Sonntag die Mutter aller Pleiten war, war der Montag die Tante aller Pleiten. Danach ging es dann bergauf, und unterm Strich war der April geschäftlich gar nicht mal soooo schlecht.
Everything will turn out fine.
Ansonsten juppelt alles etwas breiig vor sich hin, aber auch fernab von irgendwelchen Katastrophen. Und so gibt es außer der Tatsache, dass es nichts zu berichten gibt, nichts zu berichten.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Gerhard Henschel war wieder fleißig
Eine Geschichte der (deutschen) Frauenbewegung; Robert Pfaller sieht Philosophie als Werkzeug der Befreiung; Biographisches über Ingeborg Bachmann, Audrey Hepburn und Robert Ley (u.a. Gründer der „Deutschen Arbeitsfront“ und der KdF-Organisation); Eckart Conze über die Deutschen zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche; eine globale Geschichte der Mafia; Jens Foell entführt in die faszinierende Welt der Neuropsychologie
Für meine Spezialisten
Güterwagen Bd 11: Staubgut- und Granulatwagen

Lesewochenbuch: „Entscheidung in Spanien“ (sehr, sehr gut), Steffen Kopetzki, Robert Pfaller, Ror Wolf / Musikbegleitung: Curtis Mayfield, War

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Nelio Biedermann: Lázár
7. (10) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
8. (7) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
9. ( 8 ) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
10. (13) Tatorte am Ringgleis
11. (9) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
12. (11) Borek/Wagner: Echo der Zeit
13. (12) Freida McFadden: Die Ehefrau
14. (14) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
15. (15) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
16. (16) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
17. (17) Asterix 41: Asterix in Lusitanien
18. (18) Drecksarbeit. Der Mikrokosmos unter unseren Füßen
19. (19) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
20. (-) Gisèle Pelicot: Die Scham muss die Seite wechseln

26/04/2026

26.04. Mich nennt heute diese Buchhandlung den Retter, meiner frühren Tatkraft wegen. Doch viele Wege bin ich gegangen auf meines Denkens sorgenreicher Irrfahrt.
Ihr sollt, soweit ich die Kraft zum Schildern habe, erfahren, was ich Unglückseliger erleide.

Und damit herzlich willkommen zur Live-Berichterstattung vom 1. verkaufsoffenen Sonntag 2026!

12:58 Ich wuchte den Riegel aus dem Halter.
13:03 Das Ganze schimpft sich Stadtfrühling, früher Auto- und Mode-Frühling. Auf dem Burgplatz stehen Youngtimer, vor allem Käfer.
13:05 Die äußeren Bedingungen: Eigentlich ganz angenehm. Ein paar Schäfchenwolken gammeln am blauen Himmel herum. Die Frisur sitzt. Die Temperaturen verhalten. Draußen latschen einige Mitbürgerinnen und Mitbürger durch die Gegend.
13:08 Gestern war bei mir überraschend furchtbar wenig los. Gutes oder böses Omen für heute?
13:12 Der Vergleichssonntag letztes Jahr war vom Umsatz her ziemlich niederschmetternd. Sollte also zu toppen sein.
13:14 Dazu müssten natürlich Kunden in den Laden und Taler in die Kasse kommen.
13:21 Heimlich noch eine geraucht. Was man halt so macht in solchen Situationen.
13:26 Dieses Jahr gibt es in Braunschweig zusätzlich zu den drei „normalen“ verkaufsoffenen Sonntagen Mitte Juni noch einen vierten anlässlich des Niedersachsen-Tages.
13:37 Bittgesang flammt auf, von stöhnender Klage begleitet.
13:45 Auf Bittgesang ist natürlich gepfiffen, wenn er nicht erhört wird.
13:52 Das alte Glück von einst war früher zwar wirklich ein Glück, doch nun, an diesem Tag: Stöhnen, Verblendung, Pleite, Tod, Vergeblichkeit, Schande – so viele Namen aller Übel sind, nicht einer fehlt!
14:00 Dicht am Schrecklichen bin ich, es zu sagen: 60 Minuten, null Kunden.
14:04 Jetzt aber! Ein Ehepaar kauft eine Schneuppel-Magnetfolie. 90 Cent kleckern in die Kasse.
14:21 Zwischenzeitlich waren zwei Stammkundinnen hier, aber „nur“, um Bestellungen aufzugeben. Der bisherige Tagesumsatz bleibt also bei 90 Cent.
14:26 Noch 'ne Stammkundin, noch 'ne Bestellung.
14:29 Und noch'n Ehepaar, das ebenfalls Schneuppel-Produkte kauft (zwei Freischütze): 5 Euro 60 bar cash.
14:31 Das katapultiert den Tagesumsatz auf 6,50.
14:35 Das Haar zerraufend mit den Spitzen beider Hände bin ich ja froh, dass überhaupt was passiert.
14:36 Denn welcher Mann trägt mehr des Glücks davon als Schein und nach dem Schein den Untergang.
14:53 Ich flattere im Wind meiner Ängste. Ich habe ja sonntags schon in viele dunkle Abgründe schauen müssen und immer gedacht, schlimmer kann's eigentlich nicht werden. Dochdoch.
15:24 Auf einmal war Halligalli. Und ruckzuck ist der Tagesumsatz im dreistelligen Bereich. Unglaublich!
15:26 Irgendjemand möchte Flyer auslegen. Nein!!
15:41 Dann und jetzt wieder komplett Ruhe, und da ist sie wieder: Des Dunkels grauenvolle Wolke, über mich gekommen unsäglich, unbezwinglich und von schlimmen Winden hergeweht.
16:10 Diese Buchhandlung, welch eine Herrlichkeit, darunter von Übeln eiternd.
16:18 Ob noch wer kommt?
16:30 Ich fragte: Ob noch wer kommt?
16:47 Ich fragte: Ob – ach, vergiss es!!
16:57 Tatsächlich kommt noch ein junges Pärchen. Ob ich helfen dürfe? Danke, nein.
17:02 Sie gehen wieder.
17:23 Wer haust mit wilden Unheilsmächten, wer mit Qualen zusammen im Wechsel des Lebens? Na, ich natürlich, der sich jetzt dazu entschließt, zu schließen und dem Theater ein Ende zu machen.
17:31 Nachmittägliches Feierabendbier.
17:32 Also war der gestrige schlappe Samstag ein böses Omen und somit war es rein geschäftlich ein komplett verkorkstes Wochenende. Nunja.
17:35 Vom sowieso schon lausigen Vorjahresergebnis schaffte ich heute nur 65 Prozent.
17:37 Vielleicht mehr vom Zorn erzwungen als aus klarem Kopf überlege ich mal wieder, wie ich mit diesen Sonntagen in Zukunft umgehen sollte.
17:43 Aber ich kenne mich ja.
17:44 Und damit verabschiede ich mich von Ihnen, von Euch, vom heutigen Scheiß. So long!

(Literarischer Pate heute war Sophokles.)

25/04/2026

25.04. Wenn Denis Scheck die Bestsellerlisten abkaspert, ist das selten gewinnbringend, aber meistens sehr unterhaltsam. Dass er nun ins Kreuzfeuer geraten ist, liegt in meinen Augen daran, dass er dabei Bücher beurteilt, mit denen er aus verschiedenen Gründen absolut nix anfangen kann. Was soll er als gestandener Kerl zu New-Adult-Drachenromanen anderes sagen als „Drachenscheiße“? Wie soll er sich qualifiziert zu (nun wirklich typischer) Frauenliteratur äußern? Sollte er einfach die Klappe halten? Och nöö, dann würde was fehlen.
Der Vorwurf, er würde Bücher „in die Tonne kloppen“ o.ä. greifen auch nicht. Die fraglichen Bücher werden auf einem Rollband sanft in eine Bücherwanne der Firma Zeitfracht befördert.
Also lasst Dumbo doch machen. Der spielt nur.

Freitagmittag war sie wieder da, meine Herzenslaberdame. Dieses Mal kam sie gar nicht ganz rein in den Laden, sondern schaute nur um die Ecke bei halb geöffneter Tür und legte – etwas hysterischer als bei den letzten Malen – los. Ihr Thema: Leichenschauhaus. Wenigstens für Abwechslung ist gesorgt.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neues von Robert Seethaler
Rüdiger von Fritsch erzählt die Geschichte seiner Familie; Alice Hasters über die gegenwärtige Härte und ihre Opfer
Für meine Spezialisten
Bücher über Stellwerke und historische Eisenbahnbrücken; Magirus Feuerwehrfahrzeuge Bd. 5

Lesewochenbuch: Pop-Kulturgeschichte, Fritsch, Kopetzky / Musikbegleitung: High Llamas (feine Schlüpfermusik für den gehobenen Anspruch)

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Nelio Biedermann: Lázár
7. (7) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
8. (12) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
9. ( 8 ) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
10. (9) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
11. (10) Borek/Wagner: Echo der Zeit
12. (11) Freida McFadden: Die Ehefrau
13. (13) Tatorte am Ringgleis
14. (14) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
15. (15) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
16. (16) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
17. (-) Asterix 41: Asterix in Lusitanien
18. (17) Drecksarbeit. Der Mikrokosmos unter unseren Füßen
19. (18) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
20. (19) Giulia Enders: Organisch

18/04/2026

18.04. Es gibt eine Erhebung zur Buchhandelsdichte in deutschen Städten. Erstaunlicher Spitzenreiter ist in diesem Ranking Heidelberg mit 11,56 Buchläden pro 100.000 Einwohnern. Dort gibt es sage und schreibe 18 Buchläden.
Platz 2 belegt Berlin mit einer Dichte von 6,81. Braunschweig steht auf Platz 23 (hinter Hamburg und vor Freiburg) mit 3,95 Buchläden pro 100.000 Einwohnern.
So richtig ernst nehmen kann man das Ganze freilich nicht. Ein Klops wie Graff hat ja nun doch einen anderen Stellenwert als eine Stadtteilbuchhandlung in Heidelberg-Schrumpelshausen.

Wie man „mit Persönlichkeit und Haltung“ „Digitales Charisma“ entwickeln kann, zeigt Andrea Grundmann im gleichnamigen Buch. Im Kapitel über „Personal Brand“ (whatever that is) gibt es als 4. Aufgabe die Bestimmung des Resilienzfaktors. Bin ich dabei! Also los. Es gilt, vier Fragen zu beantworten.
„Wie reagierst du, wenn etwas Unerwartetes passiert?“
Mit Schrei- und Magenkrämpfen.
„Wie gehst du mit Rückschlägen oder Misserfolgen um?“
Verzweifelnd.
„Wie schnell kannst du dich von emotionalen Belastungen erholen?“
Niemals.
„Wie gut kannst du deine Gedanken und Emotionen regulieren, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen?“
Überhaupt nicht.
Jetzt muss das nur noch penibel ausgewertet werden. Ich bin gespannt.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Bücher von Judith Schalansky, Sandra Lüpkes, Fernando Aramburu, Jane Tara
Und ein Krimi-Tipp von ML: Sie ist ziemlich begeistert von Helena Falke: Noch Fünf Tage. Eine Frau sucht ihren Mörder – bestens geschrieben, originell, spannend und überraschend
Jonathan Haidt über die Macht der Moral; Steffen Kopetzky erkundet auf Heines Spuren den Harz; Christiane Rösinger altert; Gabriele von Arnim über Abschiede

Lesewochenbuch: Kulturgeschichte der Popmusik, Gerhard Fritsch, Steffen Kopetzky (gefällt mir bisher gut) / Musikbegleitung: Therapy?, dEUS

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Nelio Biedermann: Lázár
7. (12) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
8. (7) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
9. ( 8 ) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
10. (9) Borek/Wagner: Echo der Zeit
11. (13) Freida McFadden: Die Ehefrau
12. (10) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
13. (11) Tatorte am Ringgleis
14. (14) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
15. (16) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
16. (15) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
17. (-) Drecksarbeit. Der Mikrokosmos unter unseren Füßen
18. (-) Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
19. (17) Giulia Enders: Organisch
20. (18) Nicci Cloke: Sie war es. Sie war es nicht

11/04/2026

11.04. Der beginnende Frühling macht den Alltag leicht und beschwingt. Vorbei die Mühseligkeiten des Winters.
Am Mittwoch beehrte mich die Dame wieder, die mich in der Woche zuvor so unmotiviert angeblafft hat. Dieses Mal war ihre Artikulation deutlich stabiler, was aber nicht dazu führte, dass ich ihr inhaltlich folgen konnte. Sie baute sich vor mir auf und in ihrer kurzen aber heftigen Suada leuchteten die folgenden Signalwörter in dieser Reihenfolge auf: „Vitamine“, „schöne Architektur“, „Fotzenalarm“, „Politiker im Ausland“. Was wie und womit zusammenhing – keine Ahnung. Beim Hinausgehen meinte sie noch „Sagen Sie das Ihren Kumpels weiter“.
Hm.
Als hätte ich Kumpels.
Es gab schon immer Leute, die nur deswegen in den Laden kommen, um etwas vom Stapel zu lassen. Meistens ist das harmloses, ab und an aber auch schon mal ziemlich irrsinniges Zeug. Nur einmal habe ich bisher einen Vortrag unterbrochen und den Vortragenden nach draußen gebeten, als der nämlich anfing, ausländerfeindlichen Kram zu schwadronieren und sich immer mehr hineinsteigerte. Das muss ich mir denn doch nicht antun.
Mitteilungsbedürfnis? Einsamkeit? Leichte Verrücktheit? Die Beweggründe für diese Auftritte sind wahrscheinlich vielfältig. Ich hoffe immer nur, dass sie nicht an den Falschen geraten.
Meine Aufgabe ist ja nur das Zuhören. Irgendwelche Reaktionen sind weder gefragt, noch werden sie erwartet. Also höre ich zu.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Romane von Martina Bogdahn, El Hotzo
Bojan Pancevski über die Nord Stream Sprengung; Stuckrad-Barre zum 80. von Udo Lindenberg

Lesewochenbuch: „Cooks letzte Reise“, „Kulturgeschichte der Popmusik“, Gerhard Fritsch (nix Neues, sondern ein Roman von 1967) / Musikbegleitung: The Who (der frühe Katalog)

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (2) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (1) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
4. (4) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
5. (5) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
6. (6) Nelio Biedermann: Lázár
7. (7) Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenerbe
8. ( 8 ) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
9. (9) Borek/Wagner: Echo der Zeit
10. (10) Sven Stricker: Sörensen geht aufs Haus
11. (14) Tatorte am Ringgleis
12. (11) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
13. (12) Freida McFadden: Die Ehefrau
14. (13) Jonas Lamberg: Blaue Glücksorte in und um Braunschweig
15. (15) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
16. (16) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
17. (-) Giulia Enders: Organisch
18. (-) Nicci Cloke: Sie war es. Sie war es nicht
19. (17) Christoph Hein: Das Narrenschiff
20. (-) Sándor Kotyrba: Luftbilder Braunschweig

Adresse

Vor Der Burg 1/Burgplatz
Brunswyck
38100

Öffnungszeiten

Montag 09:30 - 19:00
Dienstag 09:30 - 19:00
Mittwoch 09:30 - 19:00
Donnerstag 09:30 - 19:00
Freitag 09:30 - 19:00
Samstag 09:30 - 19:00

Telefon

+4953145303

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