03/06/2017
Unser Back In Black Album der Woche bei RadioEins: Fantasizing About Being Black von Otis Taylor
Otis Taylor ist Bluesmusiker. Seit 1996 veröffentlicht er eigene Platten. „Fantasizing About Being Black“ ist sein Fünfzehntes. Angefangen hat es für ihn mit einer Liebe zum Banjo und zu Arthur Lee’s Band „Love“. Schon in den Sixties versuchte Otis Taylor sich als professioneller Musiker. In Chicago geboren und in Denver aufgewachsen, schaffte es sogar bis nach London. Aber als es 1977 mit dem Plattenvertrag immer noch nicht geklappt hatte, beschloss er Antiquitätenhändler zu werden. 20 Jahre lang arbeitete er dann in diesem Beruf und gründete eine Familie in Boulder, Colorado. Erst einer von Taylors Kunden konnte ihn dann überreden, sich wieder auf seine musikalischen Fähigkeiten zu besinnen.
Den Blues den Otis Taylor seit 20 Jahren kreiert, nennt er selbst „Trance Blues“. Für jemand, der in seinem Leben nie Drogen genommen hat, ist das eigentlich eine etwas seltsame Namensgebung. Aber wenn man seine Alben hört, versteht man sofort, was Taylor damit meint. Seine Songs haben einen magischen Fluss, sie leben von der Wiederholung und klingen aufregend anders als der sonst so oft schematisierte Blues.
„Fantasizing About Being Black“ ist erst das zweite Otis Taylor Album, dass jemals auf Vinyl erschienen ist. Die süddeutsche Hi-Fi Firma In-Akustik hat es als Doppelvinyl mit 45 rpm veröffentlicht, was dem Sound des Albums viel Wärme und Tiefe verleiht. Otis Taylor selbst aber sind audiophile Finessen eher nicht so wichtig, ihm geht es um die Emotion.
Hier nachzuhören:
https://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1316/backinblack/fantasizing-about-being-black-von-otis-taylor.html
Die CD ist zu tot, das MP3 zu virtuell und ein Privatkonzert zu teuer. Darum feiert radioeins das Vinyl – zusammen mit Volker Quante und Ina Winkels von „Mr. Dead und Mrs. Free“. Jede Woche stellen sie ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll.