24/12/2025
Liebe Freunde
Ein weiteres Mal habe ich als älteste Katze der Kleintierhilfe die Ehre, den diesjährigen Weihnachtsbrief für euch zu schreiben. Obwohl bei mir kürzlich eine beginnende Nieren-Erkrankung diagnostiziert wurde, geht es mir noch recht gut.
Oberflächlich betrachtet war es ein eher ruhiges Jahr bei uns. Geht man aber in die Tiefe sieht es ein wenig anders aus. Irgendetwas läuft immer. Oftmals wird aber gar nicht erst gross darüber berichtet, da die meisten Beiträge entweder kaum Interesse finden oder
euch gar nicht angezeigt werden 😏.
Wer auf Social Media nicht für bessere Platzierungen bezahlt geht gnadenlos in der Flut an Beiträgen unter. So ergeht es auch unserer Seite auf Facebook.
Meine Zweibeiner sind froh, gibt es noch ein paar Menschen, die sich für
uns, unser Zuhause und die Arbeit dahinter und darum herum interessieren und ab und zu auf die Facebook Beiträge reagieren. Danke dafür 💗.
Wenn ihr unsere Beiträge nicht
verpassen möchtet ruft einfach unsere Seite regelmässig auf. 🙂
Die grösseren Einsätze der Kleintierhilfe gehören längst der Vergangenheit an und
fanden meist noch vor der Social Media Zeit statt. Viele Schützlinge hier stammen noch aus jener Zeit. Meine Brüder und ich zB. wurden 2006 (nach einem Hilferuf von Arbeitern) frisch zur Welt gekommen und mitsamt Mami bei einem Waldstück abgeholt, in der damaligen Auffangstation in Aarwangen aufgenommen und versorgt. Meine Brüder waren gesund, ich selbst hatte das Schwimmer Syndrom und brauchte viel Physiotherapie, bis ich endlich richtig laufen konnte. Unser Mami Fee hatte einen alten Bruch am Bein, der mehrmals operiert werden musste.
Früher wurden auch verletzte Fundkatzen in den umliegenden Tierarztpraxen abgeholt, die euthanasiert werden sollten, weil kein Kostenträger da war. Die Rechnungen übernahmen dann unsere Zweibeiner. Wenn möglich wurden die Tiere operiert, gesund gepflegt und teilweise auch vermittelt. Es gibt noch ein paar wenige alte Fotos aus dieser Zeit, aber gepostet wurde da natürlich nichts, da es noch keine Plattformen dafür
gab. Die „Community“ der Kleintierhilfe bestand aus ein paar Bekannten und Kunden der Fundgruebe, in der auch das Geld für die vielen Tierarztrechnungen erarbeitet wurde. Spendenaufrufe gab es bei der Kleintierhilfe damals schon keine. Natürlich wurden auch viele Fundkatzen, bei denen kein Besitzer gefunden wurde kastriert, denn auch Kastration ist nachhaltiger Tierschutz. Einige wurden vermittelt, andere blieben bei
uns, weitere, vor allem die kastrierten Kater, sind abgewandert. Obwohl sie alle auch gechippt waren, haben wir leider nie mehr etwas von ihnen gehört, hoffen aber, dass sie teilweise noch immer ihr Leben geniessen 😌.
Tiervermittlungen wurden mit der Zeit immer seltener, da sie sehr frustrierend sein können. Nicht wegen der Tiere, sondern wegen den Menschen, die dazu gehören. So wurde aus der Auffangstation dann bald einmal ein forever home für viele gestrandete
Seelchen, die so oder so meistens bei Forster's "hängen blieben".
Auch Meerschweinchen, Hasen/Zwergkaninchen, Hamster und ein Minipig fanden bei uns ihr Zuhause. Aber eben, diese Zeiten sind längst vorbei. Seit über 15 Jahren schon leben wir Schützlinge der Kleintierhilfe in Brünigen. Hier werden wir geliebt, umsorgt,
verwöhnt und leben ein Leben, wie es sich eigentlich jedes Tier wünschen würde. Wenn eines von uns dann einmal für immer gehen muss, geschieht das wann immer möglich Zuhause, im Kreis der Freunde und im Beisein von Kitty.
Das alles mag nicht wirklich spektakulär klingen, doch da hier mittlerweile vor allem Senioren wohnen ist das Ganze mit grossen Kosten und viel Pflege verbunden. Vor rund vier Jahren wurde beschlossen keine weiteren Tiere mehr aufzunehmen. Keine Regel ohne Ausnahme … , weil die Zweibeiner in einigen Fällen einfach nicht nein sagen
können. Platz hätte es hier jede Menge und die Liebe zu Tieren ist noch immer riesig, aber es muss muss auch finanzierbar sein. Ausserdem darf die Arbeit und die Belastung für Kitty nicht zu viel werden. Sie ist unsere Hauptbetreuungsperson, selbst
gesundheitlich angeschlagen und so wie ich schon ein wenig in die Jahre. gekommen.
Alex lebt mit ihrer Familie nach wie vor am alten Standort der Kleintierhilfe in Aarwangen und arbeitet Vollzeit als Pflegende. Sie unterstützt aus der Distanz und ist ein paar Mal im Jahr auch vor Ort mit dabei, jedoch längst nicht mehr im früheren Rahmen. Distanz
und Beruf reduzieren ihre Möglichkeiten stark. Ihre angeschlagene Gesundheit tut ihr Übriges.
Warum heissen Kleintierhilfe und Fundgruebe denn dann noch immer
„Alexandra‘s“? - Weil eine Umbenennung wohl nur verwirrend wäre und wir nach so
vielen Jahren auch nichts mehr neues Anfangen möchten.
Hansjörg, unser Papa ist seit seinem fünften Schlaganfall schon fast einen Monat in der Reha-Klinik. Ob er wieder ganz der alte wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Er
trainiert täglich und hofft, bald wieder bei uns sein zu können. Für mich und die meisten anderen wird es das erste Weihnachtsfest ohne unseren Papa.
Noch immer kümmern sich Alex und Kitty um Fundkatzen, bei denen aber in den
meisten Fällen der Besitzer relativ schnell ausfindig gemacht werden kann - Chip sei Dank 👍.
Unser „Clochard" (provisorischer Name), die letzte Fundkatze aus Aarwangen
hatte keine Besitzer und gehört daher seit Mitte November auch zur Tierfamilie. Ausser ihm gab es aber wirklich keine Neuzugänge in diesem Jahr 😁.
Leider muss ab und zu auch einmal ein Fundtier eingeschläfert werden, weil die Hilfe einfach zu spät kommt 😔. Das ist
natürlich sehr belastend, gehört aber auch zum Tierschutz dazu.
Trotz bester Pflege mussten wir uns auch hier von einigen Familienmitgliedern für immer verabschieden.
🌈 Honey, Luigi, Coco, Lola, Fozzie, Diva und Mario sind leider nicht mehr
bei uns, bleiben aber unvergessen und die Liebe geht nie verloren.
Herzlich bedanken möchten wir alle uns bei unseren treuen Tierpatinnen und Tierpaten und unseren monatlichen Unterstützern. Ein weiterer grosser Dank geht an all diejenigen unter euch,
die uns Schützlinge mit Futterpaketen, Geldspenden und oder Hilfe in jeglicher anderen Form unterstützt haben. Ohne euch alle wäre die Arbeit der Zweibeiner für uns Tiere in diesem Umfang nicht mehr möglich. Wir bedanken uns bei all jenen, welche die Beiträge über uns mit Interesse verfolgen und mit uns mitfühlen. Wir wünschen euch fröhliche Weihnachten und nur das Beste für das
neue Jahr 🤗.
Snapie und die Tierfamilie 🐾💞
Spendenkonto (Postkonto): 30-416792-4 IBAN CH20 0900 0000 3041 6792 4 lautend auf:
Alexandra Forster, 4912 Aarwangen,
TWINT: 076 326 86 24