09/05/2022
>>Im Meer zwischen Hawaii und dem nordamerikanischen Festland treiben auf einer Fläche, die viermal so groß ist wie Deutschland, zigtausende Tonnen Müll: der große pazifische Müllstrudel, in dem von der Zahnbürste bis zum Fischernetz alles im Wasser kreiselt, was unsere Zivilisation an Kunststoffen produziert. Wie so oft in der Natur gibt es allerdings auch Opportunisten, die diese Abfälle als neuen Lebensraum erobert haben. Und das in erstaunlich großer Zahl, wie eine noch nicht veröffentlichte Studie von Fiona Chong von der University of Hull und ihrem Team auf »bioRxiv« nahelegt. ... Die Anzahl und Vielfalt des Neustons nahm nach den Beobachtungen von den Rändern zum Zentrum des Müllstrudels noch zu. Die Menge an Plastiktreibgut und Anzahl an Tieren wies eine positive Korrelation auf: Dies liegt zum einen an der Kraft der Strömungen, die das Treibgut in bestimmten Gebieten konzentriert. Andererseits suchen auch viele Tiere aktiv den Schutz der Gegenstände, um Fressfeinden zu entkommen.
Das führe allerdings dazu, dass Meeresschildkröten, Seevögel oder Wale erst recht vom Müll betroffen sind, schreiben die Wissenschaftler: Während der Nahrungssuche nehmen sie mit dem Neuston vielfach Müll auf, woran sie direkt sterben oder was ihre Fortpflanzungsfähigkeit verringert. Man könne daher nicht behaupten, der Müll im Meer sei einfach ein erweiterter Lebensraum ohne Folgen. Umgekehrt sollten Säuberungsaktionen auch beachten, dass damit eine Vielzahl an Organismen betroffen sein werden, schreibt das Team.
Im großen pazifischen Müllstrudel wimmelt es vor Leben