15/08/2026
,„Beim Brunch gab quasi nur Gemüse.“
Ja.
Bei uns gibt es sehr viel Gemüse. Und zwar nicht als Beilage, nicht als Lückenfüller und nicht, weil wir irgendetwas „weglassen“. Sondern weil Gemüse, Kräuter, Blüten, Hülsenfrüchte, Getreide, Eier, Brot, Fermente, Chutneys, Aufstriche und saisonale Früchte bei uns im Mittelpunkt stehen.
Auf dem Buffet stehen dann eben nicht drei Sorten Aufschnitt und fünf Varianten Käse.
Das Gemüse wurde gesät, angebaut, gepflegt, geerntet, gewaschen, sortiert, geschnitten, fermentiert, eingelegt, gekocht, gewürzt, kombiniert, warmgehalten, nachgelegt.
Farm to Table heißt bei uns nicht, dass ein paar hübsche Paradeis vom eigenen Garten auf einem Teller landen und der Rest aus dem Großhandel kommt, es heißt, dass die Landwirtschaft die Küche vorgibt.
Was reif ist, wird verarbeitet. Was gerade Saison hat, bestimmt die Gerichte. Was wir selbst anbauen, bekommt Wert. Und genau das ist manchmal ein ziemlich arbeitsintensiver Weg vom Feld bis zum Buffet.
Vielleicht liegt der Unterschied auch in unserer Vorstellung von Wert.
Fleisch, Lachs, Schinken oder Käse werden oft automatisch als „wertige“ Lebensmittel gelesen. Gemüse dagegen noch immer als das, was billig danebenliegt.
Wir sehen das anders.
Eine alte Paradeis Sorte, eine perfekt geerntete Gurke, die Chilis, die Wochen auf dem Feld und im Tunnel reifen, Kräuter, die in der Hitze besonders intensiv duften, ein gutes Dal, ein fermentiertes Gemüse oder eine selbst entwickelte Sauce sind für uns keine Nebensache. Sie sind unser Essen.
Und plantbased bedeutet bei uns nicht Verzicht. Im Gegenteil. Es bedeutet Vielfalt.
Es bedeutet, Pflanzen ernst zu nehmen und zu zeigen, was Küche daraus machen kann.
Dass das nicht jedem vertraut ist, ist völlig in Ordnung.