autorenbuchhandlung marx & co

autorenbuchhandlung marx & co “Ende der 70er Jahre besann man sich im sagenwirmal linksliberalen Lager auf zwei reichlich gegensätzliche Prinzipien, die es fortan nach besten Kräften zu vermählen galt: das Lustprinzip und das Realitätsprinzip.”

1979 war ein Jahr des Aufbruchs: Es entstanden die taz, die Titanic, Karl Napps Chaos Theater, die Grünen - und auch die Autorenbuchhandlung Frankfurt.

Darüber berichtet Robert Gernhardt in unserer Festschrift “Bücher sind unser Kapital. Autorenbuchhandlung Marx & Co. 25 Jahre”. Die Autorenbuchhandlung Frankfurt ist neben Berlin und München eine der drei Autorenbuchhandlungen in Deutschland, die Ende der 70er Jahre gegründet wurden. Autoren schufen sich einen Ort, an dem Literatur unabhängig von der hektischen Jagd nach dem neuen, marktgängigen B

Darüber berichtet Robert Gernhardt in unserer Festschrift “Bücher sind unser Kapital. Autorenbuchhandlung Marx & Co. 25 Jahre”. Die Autorenbuchhandlung Frankfurt ist neben Berlin und München eine der drei Autorenbuchhandlungen in Deutschland, die Ende der 70er Jahre gegründet wurden. Autoren schufen sich einen Ort, an dem Literatur unabhängig von der hektischen Jagd nach dem neuen, marktgängigen B

Wie gewohnt öffnen

Andrea Schulz' FREITAGSEMPFEHLUNG kreist rund um die Geister des Nationalismus, die der Balkan rief.Im Mittelpunkt des n...
10/09/2021

Andrea Schulz' FREITAGSEMPFEHLUNG kreist rund um die Geister des Nationalismus, die der Balkan rief.

Im Mittelpunkt des neuen Romans von Miljenko Jergovic stehen zwei Männer, die nicht unterschiedlicher sein können.
Zoran der Serbe aus Sarajewo, der mittlerweile in Wien lebt, sich als Weltbürger sieht und seine jugoslawische Herkunft und so manchen Schatten in seiner Vergangenheit verdrängen möchte.
Ante, General der kroatischen Armee ist überzeugter Nationalist, schon sein Vater und Großvater waren stolze Ustaschen, und erbitterte Kämpfer für die kroatische Sache. Für ihn ist der Krieg noch lange nicht beendet. Als Zoran nach vielen Jahren mit seiner Frau zum ersten Mal wieder die alte Heimat bereist, kommt es in einem kleinen kroatischen Küstenort zu einem tragischen Unfall. Zoran überfährt mit seinem roten Jaguar den einzigen Sohn des Generals. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem ein Fußballspiel Kroatien gegen Serbien öffentlich übertragen wird und die Stimmung ungewöhnlich aufgeheizt ist. Schnell verbreitet sich die Nachricht in den sozialen Medien. Fake News werden bewusst gestreut und schon bald ziehen Horden von Hooligans marodierend durch die Städte.

Auf nur knapp 200 Seiten hat Jergovic einen fesselnden Roman über den Irrsinn des Nationalismus im ehemaligen Jugoslawien geschrieben. Ein Konflikt, der immer noch untergründig schwelt, alte Wunden, die nur oberflächlich geheilt sind, und jederzeit wieder aufbrechen können. Feindseligkeiten, deren Ursprung weit zurück in der Geschichte liegen, und schon allein durch einen falschen Nachnamen am falschen Ort, oder ein falsch ausgesprochenes Wort wieder eskalieren können. Sehr lesenswert!

Schöffling & Co., 2021, € 22.-

Statt FREITAGSEMPFEHLUNG gibt's heute morgen nochmal den Hinweis auf das Literaturfestival #Stromern, das im Haus am Dom...
03/09/2021

Statt FREITAGSEMPFEHLUNG gibt's heute morgen nochmal den Hinweis auf das Literaturfestival #Stromern, das im Haus am Dom noch bis Sonntag läuft.
Für die spannende Veranstaltung zum Wortmeldungen-Preis heute Abend um 21 Uhr mit Marion Poschmann, Kathrin Röggla und Leona Stahlmann gibt's auch noch Restkarten.

Eine Empfehlung von Marion Poschmanns "Laubwerk" (Preisträgerin 2021) findet Ihr auch hier bei uns auf kommbuch https://kommbuch.com/vlb-suche/?search%5Bstichwort%5D=poschmann+laubwerk&search%5Bpos%5D=0&ean=9783957324894

Statt FREITAGSEMPFEHLUNG gibt's heute morgen nochmal den Hinweis auf das Literaturfestival #Stromern, das im Haus am Dom noch bis Sonntag läuft.
Für die spannende Veranstaltung zum Wortmeldungen-Preis heute Abend um 21 Uhr mit Marion Poschmann, Kathrin Röggla und Leona Stahlmann gibt's auch noch Restkarten.

Eine Empfehlung von Marion Poschmanns "Laubwerk" (Preisträgerin 2021) findet Ihr auch hier bei uns auf kommbuch https://kommbuch.com/vlb-suche/?search%5Bstichwort%5D=poschmann+laubwerk&search%5Bpos%5D=0&ean=9783957324894

Stromern in der Sonne - eines der schönsten Literaturfestivals Frankfurts startet am Mittwoch, den 1. September und geht...
31/08/2021

Stromern in der Sonne - eines der schönsten Literaturfestivals Frankfurts startet am Mittwoch, den 1. September und geht bist Sonntag - mit Autoren*innen von der Longlist und vielen spannenden Themen von Exil über Klassismus bis hin zu Raststätten ❤️
Kommt vorbei, wir sind auch dabei! Tickets und das gesamte Programm gibt es bei https://hlfm.de dem hessischen Literaturforum.

Stromern in der Sonne - eines der schönsten Literaturfestivals Frankfurts startet am Mittwoch, den 1. September und geht bist Sonntag - mit Autoren*innen von der Longlist und vielen spannenden Themen von Exil über Klassismus bis hin zu Raststätten ❤️
Kommt vorbei, wir sind auch dabei! Tickets und das gesamte Programm gibt es bei https://hlfm.de dem hessischen Literaturforum.

Weil ihr gleich zwei aktuelle Romane so lesenswert erschienen, kam Ines Lauffer in ihrer FREITAGSEMPFEHLUNG nicht umhin,...
27/08/2021

Weil ihr gleich zwei aktuelle Romane so lesenswert erschienen, kam Ines Lauffer in ihrer FREITAGSEMPFEHLUNG nicht umhin, sie miteinander zu vergleichen.

Was heißt das eigentlich, in einer „Familie“ aufzuwachsen, woran erinnern wir uns, wovon lässt sich berichten und wie kann man davon erzählen? Mit zwei entschieden konträren Erzählhaltungen nähern sich sowohl der Booker-Preisträger Douglas Stuart als auch Scott McClanahan (vom Büchner-Preisträger Clemens Setz übersetzt) ihren Helden, die in Glasgow bzw. West Virginia in äußerst prekären Verhältnissen aufwachsen.

Da ist der kleine Shuggie Bain im gleichnamigen Roman von Douglas Stuart, der – so anders als die anderen Jungs – keinen Fußball mag und gerne tanzt, dessen Mutter trotz allem Elend immer auf Ihr Äußeres achtet und in einem Garten voller Rosen und einer Küche voller Schimmel lebt. Und da ist der etwas ältere Scott (oder auch Todd) in Scott McClanahans Roman Crap, der bei der krebskranken Großmutter und dem spastischen Onkel aufwächst.

Alkoholismus und Arbeitslosigkeit, stillgelegte Minen und abgrundtiefe Tristesse werden von beiden Autoren beschrieben. Aber während sich Douglas Stuart trotz allem der Schönheit verpflichtet und damit manchmal unter Kitschverdacht steht (herrlich), überzeichnet Scott McClanahan das ganze Elend und betreibt eine Ästhetik des Hässlichen, die in ihrer Krassheit zum Schreien komisch ist. So unterschiedlich beide Romane von Familienliebe und Geschwisterbeziehungen unter Thatcher bzw. Reagan berichten: Beide sind zum Niederknien schön und absolut lesenswert!

Hanser, 2021, € 26.- und ars vivendi, 2021, € 20.-

Heute aber: Sommer Sonne Open Air ☀️wir lesen wieder vor unserem Laden - heute um 11 Uhr - für kleine und große Kinder a...
25/08/2021

Heute aber: Sommer Sonne Open Air ☀️wir lesen wieder vor unserem Laden - heute um 11 Uhr - für kleine und große Kinder aus Taxi Taxi von Saša Stanišić und Der Katze ist es ganz egal von Franz Orghandl - wir lesen und lachen uns warm! Einfach vorbeikommen und lauschen - eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bis gleich ☀️

Heute aber: Sommer Sonne Open Air ☀️wir lesen wieder vor unserem Laden - heute um 11 Uhr - für kleine und große Kinder aus Taxi Taxi von Saša Stanišić und Der Katze ist es ganz egal von Franz Orghandl - wir lesen und lachen uns warm! Einfach vorbeikommen und lauschen - eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bis gleich ☀️

Freitag 10 Uhr, hier kommt unsere FREITAGSEMPFEHLUNG, heute von Bettina Raue.„Ich heiße Fatima“, mit diesem Satz beginnt...
20/08/2021

Freitag 10 Uhr, hier kommt unsere FREITAGSEMPFEHLUNG, heute von Bettina Raue.

„Ich heiße Fatima“, mit diesem Satz beginnt jedes der vielen, teilweise sehr kurzen Kapitel in Fatima Daas' Debütroman „Die jüngste Tochter“. Und damit ist man immer sofort mittendrin in der Geschichte Fatimas, der einzigen in Frankreich geborenen Tochter einer aus Algerien stammenden Einwandererfamilie.

Sie wächst in der berüchtigten Banlieue Clichy auf, ist eine widerspenstige, unangepasste Schülerin, die lieber mit den Jungs abhängt und sich auch mal auf körperliche Auseinandersetzungen einlässt. Ihre Homosexualität muss sie verheimlichen. Sexualität
ist sowieso ein Tabuthema in der Familie, Homosexualität erst recht. Als gläubige Muslimin gerät sie immer wieder in Konflikte mit Ihrer Religion, die sich mit ihrem Gefühl, eigentlich im falschen Körper zu stecken, nicht vereinbaren lässt.

Fatima erzählt diese Identitätskonflikte in der Ich-Form, in einer schnörkellosen, knappen und rhythmischen Sprache, die teilweise fast wie ein Rap erscheint. Die Konflikte werden nicht aufgelöst, als
LeserIn muss man die Widersprüche aushalten und weiterdenken.
Am Ende des Romans, inzwischen 29jährig, will sie ihrer Mutter erzählen, dass sie einen Roman schreibt und worüber: „Er erzählt die Geschichte eines Mädchens, das kein richtiges Mädchen ist, das
weder algerisch noch französisch ist, weder Vorstädterin noch Pariserin, eine Muslimin, glaube ich, aber keine gute Muslimin, eine Lesbe mit anerzogener Homophobie. Was noch?“

Das ist eigentlich die beste Zusammenfassung des Romans, die Fatima in diesem Moment aber – noch – nicht schafft, laut auszusprechen.

Claassen Verlag, 2021, € 20.-

Es regnet... und deshalb fällt unsere Bilderbuchlesung heute leider aus! Nächsten Mittwoch ist das Wetter sicher wieder ...
18/08/2021

Es regnet... und deshalb fällt unsere Bilderbuchlesung heute leider aus!
Nächsten Mittwoch ist das Wetter sicher wieder besser und dann freuen wir uns auf viele kleine und große Zuhörer*innen!

Es regnet... und deshalb fällt unsere Bilderbuchlesung heute leider aus!
Nächsten Mittwoch ist das Wetter sicher wieder besser und dann freuen wir uns auf viele kleine und große Zuhörer*innen!

Max Eisenbarth musste sich zu seiner FREITAGSEMPFEHLUNG erst ein bisschen überwinden, ist jetzt aber froh, sich trotz un...
13/08/2021

Max Eisenbarth musste sich zu seiner FREITAGSEMPFEHLUNG erst ein bisschen überwinden, ist jetzt aber froh, sich trotz unruhiger Zeiten mit wichtigen Themen beschäftigt zu haben.

"Den Hund Überleben" von Stefan Hornbach lesen, das war erstmal keine leichte Lektüre für mich. Wieso so etwas lesen? Probleme, Krankheit, gar der Tod, sind diese Zeiten nicht schwierig genug?

So abgedroschen diese Phrase klingt, irgendwie wollte ich mich nicht mit einem Buch befassen, in dem der Protagonist mit seiner Krebserkrankung umgehen muss, sich weite Teile der Handlung im Krankenhaus und bei Ärzten aufhält.

Dass ich es dann doch gemacht habe, ist ein Glücksfall. Denn genau das ist dieses Buch: Der Autor hat mit der Verarbeitung seiner eigenen Krankheitsgeschichte ein berührendes Buch geschrieben, das seiner ganz eigenen Art der Reflektion über Familie und Freundschaft, das Leben und seine Fallstricke immer auch eine Portion Ironie beimengt. So lassen sich dann auch die schwierigsten Zeiten aushalten.

Hanser Verlag, 2021, € 22.-

Here comes the sun - hoffen wir zumindest, denn morgen am 11. August um 11 Uhr geht’s los mit unseren Bilderbuchferien O...
10/08/2021

Here comes the sun - hoffen wir zumindest, denn morgen am 11. August um 11 Uhr geht’s los mit unseren Bilderbuchferien Open air mit „Stark wie ein Tiger“ von Karl Newson und „Clara sammelt“ von Ursula Poznanski und Ina Hattenhauer - das gesamte Programm findet Ihr auf unserer Homepage. Keine Anmeldung erforderlich, einfach kommen und den Kindern vorlesen lassen und währenddessen stöbern - zum Beispiel in unserem herrlich orangenen Fenster!

Here comes the sun - hoffen wir zumindest, denn morgen am 11. August um 11 Uhr geht’s los mit unseren Bilderbuchferien Open air mit „Stark wie ein Tiger“ von Karl Newson und „Clara sammelt“ von Ursula Poznanski und Ina Hattenhauer - das gesamte Programm findet Ihr auf unserer Homepage. Keine Anmeldung erforderlich, einfach kommen und den Kindern vorlesen lassen und währenddessen stöbern - zum Beispiel in unserem herrlich orangenen Fenster!

Barbara Determanns FREITAGSEMPFEHLUNG ist Leila Slimanis aktueller Roman "Das Land der Anderen".Die französisch-marokkan...
06/08/2021

Barbara Determanns FREITAGSEMPFEHLUNG ist Leila Slimanis aktueller Roman "Das Land der Anderen".

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani wurde 2016 für ihren Roman „Dann schlaf auch Du" mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Bisher spielten ihre Romane in Paris, sie erzählten Konflikte und Perspektiven der französischen Bourgeoisie.

Ihr neuer Roman ist inspiriert von der eigenen Familiengeschichte, der Geschichte ihrer Großeltern mütterlicherseits. Mathilde ist Französin, Amine ist Marokkaner und hat für die Franzosen im zweiten Weltkrieg gekämpft. Sie ist Elsässerin und heiratet ihn aus Liebe und Abenteuerlust. Das Paar geht nach Marokko, weil er dort das Land seines Vaters bebauen will. Sie ist die Fremde, die sich der herrschenden Geschlechterordnung nicht unterwerfen will, es am Ende aber immer wieder tut, weil es keine Alternative gibt.

Slimani erzählt die Geschichte aus vielstimmiger Perspektive. Da gibt es die Mutter Amines, eine traditionelle Muslima, die ihre Söhne bedient wie eine Magd. Es gibt Selma, seine jüngste, lebenshungrige Schwester, die tanzen und sich amüsieren will. Es gibt aber auch Omar, Amines Bruder, der zum radikalen Nationalisten wird, sowie Aicha, die kleine Tochter von Mathilde und Amine, die eine katholische französische Schule besucht und von ihren Klassenkameradinnen ausgegrenzt wird, und es gibt den Gynäkologen Dragan, einen ungarischen Juden, der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Marokko gelandet ist. Als Arzt hilft er allen und fragt nicht, auf welcher Seite sie stehen. Der Roman führt in die Geschichte Marokkos nach 1945 im Übergang von der Kolonie zum Königreich.

Slimani erzählt die Denkmuster des Kolonialismus sowohl aus der Perspektive der Kolonisatoren als auch der Kolonisierten. Der Roman umspannt das erste Nachkriegsjahrzehnt und endet mit Anschlägen auf Einrichtungen der Protektoratsbehörden und auf Höfe französischer Grundbesitzer. Durch die Perspektive der Fremden, die nicht zu den Kolonisatoren gehören, sich aber auch nicht den Sitten und Ordnungen ihrer Umgebung unterwerfen will, bleibt der Roman nicht in einem Schwarzweißdenken verhaftet. So wird das unterdrückerische, ausbeuterische Zwei-Klassen-System, aber genauso die brutale körperliche Gewalt gegen Frauen in der traditionellen Ordnung deutlich sichtbar. Ein wichtiger Roman, leicht zu lesen und zugleich fesselnd, der anschaulich und in präzisen, sehr realistischen Bildern erzählt.

Luchterhand, 2021, € 22.-

Eine in mehreren Hinsichten grüne FREITAGSEMPFEHLUNG schickt Larissa Siebicke aus ihrem Urlaub.Auch wenn nur wenige von ...
30/07/2021

Eine in mehreren Hinsichten grüne FREITAGSEMPFEHLUNG schickt Larissa Siebicke aus ihrem Urlaub.

Auch wenn nur wenige von uns das Glück haben werden, sich in diesem Sommer in eine kleine Blockhütte an einem schönen See zurückzuziehen und auch wenn wir nicht mehr das Jahr 1845 schreiben und man auf den ersten Blick bezweifeln mag, dass die Welt um Henry David Thoreau noch viel mit unserer heutigen gemein hat, gibt es beim Lesen von „Walden“ doch erstaunlich viel hoch Aktuelles und Vieles, das zum Nachdenken anregt, zu entdecken.

Als Thoreau sich damals mehr als zwei Jahre in die Natur zurückzog, um herauszufinden, was der Mensch tatsächlich zum Leben braucht, ging er das Wagnis ein, alles was sein bisheriges Leben ausmachte, in Frage zu stellen. Er tat das nicht nur individuell, sondern durch den Abstand zu Konsum und Zeitgeschehen auch mit Blick auf die Gesellschaft, in der er lebte.

Dass dieser Selbstversuch zu einem Klassiker der amerikanischen Literaturgeschichte wurde und nur von manchen heute kurzsichtig als „Öko-Bibel“ abgetan wird, liegt vermutlich auch daran, dass man zwischen den Erfahrungen und philosophischen Betrachtungen Thoreaus die Wahrheit seiner Beobachtungen erahnt. Die Hinwendung zur Natur, ihre Schutzbedürftigkeit und ihr Reichtum, der zu Neige gehen kann, wenn Achtlosigkeit und Ausbeutung unhinterfragt bleiben, sind verblüffend in ihrer Aktualität.

Wenn „Walden“ nicht ohnehin längst in Eurem Bücherregal steht, lohnt es sich, diese schöne gebundene (und passenderweise klimaneutral produzierte) Manesse-Ausgabe mit in den Urlaub zu nehmen. Sie weitet den Blick und passt doch in jede Tasche.

Manesse Verlag, 2020, € 25.-

Unsere liebe Kollegin Chantal Gissel war aus Frankreich zu Besuch, hat uns zwei Wochen im Laden unterstützt und außerdem...
23/07/2021

Unsere liebe Kollegin Chantal Gissel war aus Frankreich zu Besuch, hat uns zwei Wochen im Laden unterstützt und außerdem eine urlaubige FREITAGSEMPFEHLUNG für Euch:

Hier kommt das neue Abenteuer von Toni!
Diesmal steht die Planung der Sommer-Ferien an und Toni will ans Meer. Es soll so ein richtiger Urlaub werden, mit Sonne, Strand und - natürlich - Fußballspielen!
Aber seine Mutter eröffnet ihm, dass es an Geld mangelt, um ihnen einen Urlaub zu finanzieren.
Toni, erst mal völlig fassungslos, lässt sich davon natürlich nicht abhalten. So wie wir ihn kennen, kommen ihm viele Ideen für Ferienjobs etc.. Letztendlich nimmt er an unzähligen Preisausschreiben teil und tatsächlich gewinnt er einen Super-Luxus-Hotelaufenthalt für zwei Personnen im Hotel «Tannenblick». Das Abenteuer Ferien kann beginnen!
Aber Fussballspielen im Park des Prestige-Hotels? Bauchplatscher im Pool?
Mit viel Witz und Ideen entwickeln sich diese Sommerferien zu einem unvergesslichen Erlebnis! Eine nicht zu verpassende Ferienlektüre!

Beltz Verlag, 2020, € 14,95

Theresa Mayers FREITAGSEMPFEHLUNG entführt zum Ferienbeginn ins Sargassomeer, das im Atlantik, östlich von Florida und d...
16/07/2021

Theresa Mayers FREITAGSEMPFEHLUNG entführt zum Ferienbeginn ins Sargassomeer, das im Atlantik, östlich von Florida und der Karibik liegt.

Achtung! Sollten Sie Jane Eyre von Charlotte Brontë noch nicht gelesen haben aber es in Zukunft noch vorhaben, tun Sie das besser vorher. Diese Empfehlung beruht weniger darauf, dass die Lektüre von "Die weite Sargassosee" inhaltlich darauf angewiesen wäre – der Roman ist ganz wunderbar in der Lage, für sich selbst zu stehen und einen erzählerischen Sog zu entfalten – aber nach Jean Rhys liest sich plötzlich der britische Klassiker um Janes Liebe zu Mr. Rochester ganz anders.

Der Roman spielt zum größten Teil in Jamaika um die Zeit der Abschaffung der Sklaverei in den 30ern des 19. Jahrhunderts. Als Kreolin und als Frau ist ihr Alltag und der ihrer Mutter von finanzieller Abhängigkeit, fehlender emotionaler Zugehörigkeit und physischer Bedrohung geprägt. Zeigt der Roman auf der einen Seite die Zeit eines politischen Umbruchs, ist er andererseits ein genaues und schonungsloses, fast seismographisches Werk über das psychische Nachbeben derselben.

Die weite Sargasso ist die feministische und post-kolonialistische Entgegnung nicht nur auf einen geliebten Klassiker, sondern auch auf die Trope der „madwoman in the attic“ (der verrückten Frau im Dachstuhl). Mit seiner intensiven Sprache und klugen psychologischen Beobachtungen ist dieser Roman ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte und mit großem Genuss lesen wird.

dtv, 2017, € 10,90

Adresse

Grüneburgweg 76
Frankfurt
60323

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 19:00
Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 19:00
Samstag 09:00 - 15:00

Telefon

+4969722972

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