31/05/2023
Ich fürchte es ist mal wieder Zeit für ein paar ehrliche Worte, bezüglich der Preisentwicklung der letzten 12 Monate.
Wer lange nicht bei mir war schluckt, zu Recht, etwas über die stark gestiegenen Preise, weil ich bin über die letzten 36 Monate sicher im Mittel 20% teurer geworden.
Grund sind die permanenten, unangekündigten, teilweise extremen Preissprünge von Seiten der Hersteller.
Vor wenigen Monaten hat RS über Nacht Preise für alles angehoben, FOX hat jetzt mitgespielt und das gleiche getan.
Sram Dynamic Seal Grease ist von überzogenen 104€/kg auf geisteskranke 208€/kg gestiegen. Wer das kauft zieht sich auch die Hosen mit der Kneifzange an. Die neuen Federschäfte kosten fast das doppelte der alten Modelle.
FOX-Gleitbuchsen über Nacht von 45€ auf 70€ Euro gesprungen
FOX-Federschäfte über Nacht von ca. 64€ auf über 100€.
FOX 38 Federschaft hat mich gestern der Schlag getroffen, von UVP 120 Euro auf UVP 187 Euro gestiegen, ein Anstieg von 55,83%.
Ein Original-Dichtungssatz für einen X2 Mj23 kostet 72,00 Euro.
Ist aber egal, weil lieferbar ist der Kram oft eh nicht. D.h. wenn was lieferbar ist, wird direkt mal das Lager vollgemacht.
Werkzeugkosten nur X2 / DHX2 Modelljahr 21 + sind VIERSTELLIG wenn man sich das Original-Werkzeug hinlegt, was ich in der Masse getan habe.
Und bitte denkt jetzt nicht, dass da eine überzeugende Händlermarge dahinter steht. Wenn ich mit branchenfremden Geschäftsleuten über Margen rede wissen die nicht ob sie uns Idioten in der Radbranche auslachen oder bemitleiden sollen.
Ein Extrembeispiel zum Schluss, bei einem Hersteller den wir mal nicht nennen wollen, kosten alle Dichtungssätze die zum Gabelservice benötigt werden soviel Geld, dass zum Servicepreis des Importeurs der Händler, unter Verwendung von Originalteilen, eine Marge von 34 Euro hat. Vor Steuern. Für 1.5h Arbeit. In seiner Werkstatt in der er mehrere 10000 Euro versenkt hat. Und bei dem Hersteller kauft man auch noch für jedes Modell einen 4xx€ teuren Werkzeugkoffer ein. Also die ersten 25 Wartungen / 40h / eine Woche arbeitet der geneigte Händler erstmal, bis er aus seinen Minuskosten raus ist, umsonst. Da muss man nicht mehr viel zu sagen, oder?
Ich will ehrlich sein, wenn ich ein Ladengeschäft hätte und Mitarbeiter / Miete / ect. bezahlen müsste - ich würde langsam die Branche wechseln.
Weder das Preislimbo noch die absurd schlechten Verfügbarkeiten, mehr oder minder herstellerunabhängig, sind noch irgendwie gegenüber dem Kunden kommunizierbar.
Dieser Post zielt nicht auf Mitleid ab, aber soll ein bisschen zum Verständnis beitragen warum die Preise, nicht nur bei mir, sind wie sie sind. Es geht schlichtweg nicht anders.
Die Branche hat den Verstand verloren und ihr als Kunden seid die Gelackten, weil ihr bezahlt die Gier der Hersteller und Importeure mit. Ich selbst bin der unfreiwillige Erfüllungsgehilfe dieses Raubzuges.